Angriff auf Polizisten im Schwalm-Eder Kreis

In den Dörfern und Gemeinden im Schwalm-Eder Kreis sind Übergriffe der „freien Kräfte Schwalm-Eder“ auf alternative Jugendliche schon fast alltäglich. Besonders in die Öffentlichkeit rückte der Überfall auf ein linkes Sommercamp im Juli 2008 am Neuenhainer See, bei dem eine schlafende 13-jährige Campingteilnehmerin mit Spatenschlägen schwer am Kopf verletzt wurde.
Nun kam es in der Nacht auf den 8. November zu einem Angriff auf Polizisten.

Gegen 3 Uhr waren bei der Polizei mehrere Anrufe wegen einer größeren Schlägerei auf der Saalkirmes in Dittershausen eingegangen.
Bei der Personalienfeststellung von vier Kirmesteilnehmern kam es zu einem Gerangel mit der Polizei. Der 19-jährige, besonders aggresive Wortführer der Gruppe wurde auf dem Boden fixiert und sollte Handfesseln angelegt bekommen, als ein 17-jähriger Mann aus den umstehenden Menschen heraus Anlauf nahm und dem knienden Polizeibeamten aus vollem Lauf mit dem Fuß gegen den Kopf trat. 10 bis 15 weitere umstehende Personen, die ebenfalls im Begriff waren die Festnahme zu verhindern, wurden von der Polizei mit Pfefferspray auf Distanz gehalten.

Beide Männer sind der Polizei unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten bekannt und sind den „Freien Kräften Schwalm-Eder“ zugerechnet. Gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, schweren Landfriedensbruches, Verdacht der Gefangenenbefreiung und Körperverletzung eingeleitet, befinden sich aber schon wieder auf freiem Fuß.

Der Beamte wurde mit einem Jochbeinbruch und des Verdachts weiterer Brüche im Gesichts- und Schädelbereich in eine Spezialklinik eingeliefert.

Naziaktivitäten in Kassel

Schon seit geraumer Zeit sind in Kassel und Umgebung vermehrte Naziaktivitäten zu beobachten. Neben Aufkleber-Aktionen der sogenannten „autonomen Nationalisten Kassel“ (ANKS) sind in den letzten Monaten viele neue Kameraden über den lokalen Fußballverein „KSV Hessen Kassel“ rekrutiert worden. Diese tauchen oft mit Aufklebern und Schmierereien als „Scena Chassalla 913″ im kasseler Stadtbild auf. Ebenfalls findet mensch vermehrt Aufkleber von den „Freien Kräften Schwalm-Eder“ an verschiedenen Orten der Stadt. Doch nun scheint das den Nazis nicht mehr zu reichen:

Vor zwei Wochen wurde ein Mann mit einem „Gegen Nazis“-Button am frühen Abend auf offener Straße von vier Unbekannten ins Gesicht geschlagen. Der Mann viel bewusstlos mit dem Hinterkopf auf die Straße. Die vier Unbekannten gingen ohne große Eile weiter durch die Stadt wo sie in einem der Geschäfte verschwanden. Der Mann, der kurze Zeit später wieder das Bewusstsein erlangte, wollte aus Angst vor weiteren Angriffen keine Anzeige erstatten.

Zwei Antifas, die in Begleitung einer alternativen schwangeren Freundin waren, wurden letzten Mittwoch in der kasseler Straßenbahn von sechs alkoholisierten Nationalisten, die sich wohl auf dem Weg in ihre Stammkneipe „CHRIS“ befanden, angepöbelt und auf dem Heimweg unter ständiger Androhung von Gewalt und rassistischen Parolen verfolgt. Nur durch das Einschreiten einer Gruppe russischer Mitbürger, die die Nationalisten aufhielten, konnten die Antifas sich und ihre Freundin in Sicherheit bringen.

Die kasseler Antifagruppen beschäftigen sich derweil weiter mit internen Unstimmigkeiten bezüglich dem Thema „Antideutsch vs. Antiimperialistisch“.

Henschelhaus vs. Peek & Cloppenburg

Trotz eine Unterschriftenaktion mit 3000 Stimmen gegen den Abriss des Henschenhauses am Königsplatz ist, ohne eine Begehung vom Denkmalbeirat, ein Bauvorbescheid mit dem das Haus abgerissen werden kann erteilt worden. Nach dem Abriss soll dort eine 6000m² Verkaufsfläche für das Modehaus „Peek & Cloppenburg“ entstehen. Ein genauer Abrisstermin steht noch nicht fest, jedoch wird die Palmen-Apotheke, die sich noch im Haus befindet, laut HNA.de erst im März 2010 ausziehen.

Vor kurzem musste „Pohland“ in der Königsstraße schließen und vielleicht erinnert sich noch jemand an „Overmeyer“?
Ein 6000m² großes „Peek & Cloppenburg“ wird mit seinen Marken wie z.B. ARMANI, BOSS, BUGATTI, CALVIN KLEIN, ESPRIT, JOOP!, usw. in Kassel nicht benötigt und würde kleineren Geschäften eine nicht bezwingbare Konkurrenz machen, was weitere leere Geschäftsräume in kassels Stadtmitte bedeuten würde.

Aktionen werden folgen!

AK-United

* Durch unzählige Unstimmigkeiten innerhalb der Szene, wie z.B. dem „Antideutsch vs. Antiimperialistisch“-Konflikt und den daraus endstandenen Rivalitäten, sowie Spaltungen, hat die autonome Linke auch in der Region Kassel an Kraft und der Fähigkeit etwas zu ändern viel verloren.

Die einzelnen Gruppierungen sind nun damit beschäftigt in ihren speziellen Bereichen, die oft der Grund der Abspaltung waren, zu arbeiten, ohne die grundlegenden Themen der antifaschistischen Arbeit genug zu beachten und zu behandeln.

Um die Szene in ihren gemeinsamen Ansichten wieder zu vereinen und die wesentlichen Aspekte und Gründe für die Existenz einer Antifa nicht zu vernachlässigen, hat sich die AK-United gegründet.

Alle antifaschistischen Gruppen aus dem Großraum Kassel sind dazu eingeladen bei diesem „BACK TO THE ROOTS“-Bündniss der autonomen Linken mit zu wirken.

* Gegen Faschismus & Rassismus
* Gegen Kapitalismus & Monopolismus
* Gegen Überwachungsstaat & Repression
* Gegen Sexismus & Homophobie
* Gegen Sozial- & Bildungsabbau
* Gegen Gentechnik & Atomkraft
* Gegen Hierachie & Unterdrückung

Kontakt: akunited [at] web [dot] de



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. " escape(ref) " (3)